Elektronik Kompendium

 

Was ist eigentlich Elektronik Musik und wie ist diese entstanden?

Genau diese Frage habe ich mir schon sehr oft gestellt. Unzählige Bücher gelesen und Dokumentationen angesehen.

Alles was ich über die Jahre an Informationen sammeln konnte folgt in den nächsten Zeilen.

Solltet ihr weitere Informationen haben, oder Fehler entdecken, würde ich mich wirklich sehr darüber freuen, wenn ihr mit mir Kontakt aufnehmt.

 

Der Beginn der Elektronik Musik Geschichte

Dieser Musikstil (Genre) ist ausschließlich mit Synthesizer produzierte, Computer gestützte elektronische Musik. Bis in die 80er Jahren hinein entstanden nebeneinander zahlreiche Musikrichtungen, die elektronisch erzeugte Musik als ästhetisches Mittel verwendeten: Electro Wave, Electro Funk, Electroclash, Electropunk oder Synth Pop.

Wenn man heutzutage von elektronischen Musikinstrumenten sprich, kommt einem sofort der Begriff Synthesizer in den Sinn. Aber schon lange bevor es soweit war, hatten Tüftler auf der ganzen Welt eine ganze Reihe elektrischer und elektronischer Instrumente konstruiert. Damit begründeten sie eine lange Geschichte, die später die Synthesizer von Bob Moog, Donald Buchla und anderen überhaupt erst möglich machte.

 

1759 - Das Clavessin électrique

Jean-Baptiste Delaborde war katholischer Priester und Erfinder. Er erfand das erste Musikinstrument, das in irgendeiner Form Elektrizität verwendete, das Clavessin électrique (oder Clavecin électrique). Ob das jetzt 1759 oder 1760 war und wie der Erfinder genau hieß, weiß man alles nicht so genau. Aber weil das „elektrische Cembalo“ und alle erhaltenen Unterlagen in der französischen Nationalbibliothek stehen, konnte man rekonstruieren, wie das Clavessin électrique funktioniert hat.

Das „elektrische“ am Clavessin électrique war die Klaviatur, die zwei Oktaven umfasste: Durch Reibung entstand elektrischer Strom, der kleine Hämmer in Bewegung setzte. Die Hämmer schlugen dann auf kleine Glocken. Das Instrument war also eigentlich ein Glockenspiel, das mithilfe der Elektrizität bedient wurde.

Streng genommen hat Jean-Baptiste Delaborde damit nicht die elektrische Klangerzeugung erfunden (die Glöckchen erzeugten den Klang ja auf eine herkömmliche, akustische Weise), sondern das erste elektrische Interface – also eine Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine, die auf elektrischem Wege funktionierte. Bis elektrische Spannung in Schall umgesetzt werden konnte (und andersherum), vergingen noch mal 100 Jahre – das passierte erst bei der Erfindung des Telefons um 1860, quasi nebenbei. Manchmal wird behauptet, dass das erste elektrische Instrument das Denis d'or eines gewissen Procopius Diviß aus dem Jahr 1730 gewesen sein soll. Dabei handelt es sich aber eher um eine Art monströses Klavier mit 790 Saiten, das als besonderen Spaß dem Spieler manchmal einen kleinen elektrischen Schlag versetzte. Tja, so war das in Barock und Rokoko – Spiel und Spaß mit Elektrizität!

 

1897 - Das Telharmonium

Es folgten unzählige weitere elektronische Instrument von Erfindern bis im Jahre 1897 Thaddeus Cahill das Tellharmonium erfand. Um das 200 Tonnen schwere Telharmonium zu transportieren waren 30 Eisenbahnwaggons nötig – ein unschlagbarer Rekord. Aber die drei zwischen 1897 und 1911 konstruierten Instrumente waren nicht nur monumental, sondern auch genial. Die Tonerzeugung war so flexibel, dass erst Instrumente der 1950er Jahre mithalten konnten. Die Manuale umfassten sieben Oktaven, wobei jede Oktave in 36 Töne unterteilt wurde, die von 40-4000 Hz gestimmt werden konnten. Das Instrument wurde üblicherweise von zwei Spielern vierhändig gespielt und war in reiner Intonation gestimmt.

 

Die Schlüsselfunktion von Falcito

Die Geschichte der Elektronik Musik nahm ihren Weg über noch sehr viele weitere Entwicklungen, auf die ich allerdings nicht komplett im Detail eingehen kann.

Ich mache daher einen Sprung in die 1970er Jahre, die speziell für mich sehr prägend waren und mein Interesse an der elektronischen Musik geweckt haben.

Eine Schlüsselfunktion war eine Autofahrt im Jahr 1977 bei der das Radio lief und der Song Oxygène des französischen Musikers Jean-Michel Jarre spielte. Alles um mich herum schien auf einmal stehen zu bleiben und ich spürte das erste Mal wie tief ich in diese Musik abtauchen kann. Noch nie hatte ich zuvor dieses Gefühl bei anderer Musik. Exakt dieses Gefühl habe ich noch heute bei sehr vielen elektronischen Musikstücken. 

Meine Faszination ist in den ganzen Jahrzenten nie abgerissen und heute ist es meine absolute Leidenschaft geworden, die ich mit Hochachtung und größtem Resprekt gegenüber der vielen Künstler von Damals in meine Produktionen stecke.   

  

Die 70er, 80er und 90er Jahre

Die bekanntesten Vertreter bzw. die Urväter der heutigen Elektronik Musik sind aus meiner Sicht der französische Musiker: "Jean-Michel Jarre", die deutsche Band: "KRAFTWERK" und das Schweizer Duos "YELLO".

Jean-Michel Jarre wie auch KRAFTWERK haben mit Synthesizern bereits Anfang 1970 Musik produziert. Aus diesen Anfängen sind wohl am meisten die Alben Oxygène von Jean-Michel Jarre aus dem Jahr 1976 und Autobahn der Band Kraftwerk aus dem Jahr 1974, sowie "You Gotta Say Yes to Another Excess" des Musiker-Duos YELLO von Ende 1983 bekannt geworden.

Aus der Musik dieser Bands ist Mitte der 1980 Jahre der "Detroid Techno" entstanden, der später als der Wegbereiter des "Techno" der 1990 Jahre gilt.

Bis heute werden auch in ganz modernen elektronischen Songs Elemente dieser Künstler bzw. Bands verwendet und sind daher überhaupt nicht mehr wegzudenken. Der Musikstil Elektronik Musik hat Geschichte geschrieben und schreibt diese auch weiterhin!

 

Das Studio für elektronische Musik aus Köln 

Auch sehr wichtig zu erwähnen ist das "Studio für elektronische Musik" in dem bereits 1953 Musik produziert wurde. Dieses Tonstudio des heutigen Westdeutschen Rundfunks (damals noch Nordwestdeutscher Rundfunk) aus Köln in Nordrhein Westfalen gilt als das weltweit erste seiner Art. Seine Geschichte spiegelt die Entwicklung der elektronischen Musik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder. Es wurde künstlerisch über 30 Jahre vom Komponisten Kalrheinz Stockhausen geleitet. Im Juli 2017 gab der Westdeutsche Rundfunk bekannt, dass auf Anregung der Stiftung Haus Mödrath das Studio in ein Nebengebäude des Hauses Mödrath in Kerpen bei Köln in NRW – dem Geburtshaus von Karlheinz Stockhausen umziehen wird.

 

Die Zeit heute

Die Geschichte der analogen Sample Player geht, genau wie die der elektromechanischen Musikinstrumente, mit dem Beginn der digitalen Ära zu Ende. Allerdings werden heute wieder einige der Anfang der 1980er Jahre untergegangenen Geräte produziert, wenn auch zumeist als ziemlich hochpreisige Instrumente. Die Sounds an sich haben überlebt und werden in unzähligen Samplebibliotheken verkauft, von Kontakt über Nord bis zu den heutigen samplebasierten Hardwarenachbauten. Die Instrumente selbst – da muss man sich heute nichts mehr vormachen – waren damals einfach schwer, teuer, unzuverlässig und gingen auf Grund der komplizierten Mechanik oft kaputt.

Insofern ist es wirklich kein Wunder, dass man damals so schnell es ging auf den digitalen Zug aufgesprungen ist. Aber die Faszination bleibt bestehen und somit geht die Geschichte der Elektronik Musik weiter und ich hoffe noch lange Zeit daran mitwirken zu dürfen.